Marketing gilt als kreative Arbeit, und ein Teil davon ist es auch. Ein größerer Teil ist Verwaltung: Inhalte für jeden Kanal neu zuschneiden, Kennzahlen aus vier Plattformen in eine Tabelle kopieren, Kontaktanfragen aus dem Werbekonto ins CRM übertragen. Gerade in kleinen Teams, in denen ein oder zwei Personen das gesamte Marketing verantworten, bleibt dadurch wenig Zeit für das, wofür sie eigentlich da sind.

Vier Abläufe tauchen in fast jeder Prozessaufnahme auf, die wir im Marketing machen.

Ein Inhalt, mehrere Kanäle

Aus einem Fachartikel, einem Video oder einer Pressemitteilung lassen sich Beiträge für LinkedIn, Instagram und den Newsletter ableiten. Ein Sprachmodell schreibt die Entwürfe im Ton des Unternehmens, eine Person gibt sie frei, veröffentlicht wird zeitgesteuert. Entscheidend ist der Freigabeschritt: Nichts geht ungelesen raus. Richtwert: 4 bis 10 Stunden im Monat.

Leads ohne Umweg

Ein Interessent füllt ein Formular aus, auf der Website oder direkt in einer Anzeige. Danach liegt die Anfrage oft stundenlang in einem Postfach oder einem Werbekonto, das nur einmal am Tag jemand öffnet. Automatisch landet der Kontakt sofort im CRM, wird um Firmenangaben ergänzt und, wenn er zu den Kriterien passt, direkt dem Vertrieb gemeldet. Richtwert: 2 bis 4 Stunden im Monat. Der größere Effekt ist die Reaktionszeit: Minuten statt eines halben Tages.

Berichte, die sich selbst zusammenstellen

Der wöchentliche Bericht besteht in vielen Unternehmen vor allem aus dem Kopieren von Zahlen. Werbeplattformen, Website-Statistik und Search Console lassen sich automatisch abfragen und in einer Übersicht zusammenführen. Ein Sprachmodell schreibt dazu zwei, drei Sätze, was sich gegenüber der Vorwoche verändert hat. Die Bewertung, was daraus folgt, bleibt beim Team. Richtwert: 8 bis 16 Stunden im Monat bei wöchentlichen Berichten.

Kommentare und Nachrichten vorsortieren

Auf sozialen Kanälen kommen Fragen, Anfragen, Beschwerden und Spam durcheinander. Eine Vorsortierung ordnet jede Nachricht einer Kategorie zu, schlägt eine Antwort vor und überträgt echte Anfragen ins CRM. Geantwortet wird weiterhin von Menschen, aber sie fangen nicht mehr bei null an. Richtwert: 3 bis 6 Stunden im Monat.

Was das zusammen bedeutet

Zusammen sind das etwa 15 bis 35 Stunden im Monat. Bei internen Kosten von 50 Euro pro Stunde entspricht das 750 bis 1.750 Euro im Monat. In einem Marketingteam von ein bis zwei Personen ist das ein spürbarer Teil der Arbeitszeit.

Eine Einschränkung gehört dazu: Automatisierung im Marketing spart Zeit bei Verteilung und Auswertung, nicht bei der Idee. Ein schwacher Inhalt wird nicht besser, weil er auf fünf Kanälen gleichzeitig erscheint. Die gewonnene Zeit ist deshalb am besten in weniger, aber besseren Inhalten angelegt.